Vom inneren Schweinehund
und dem bitterkalten Winter

 

Von Timo Schoch


Mit dem Radsport ist es – frei nach dem Feuerzangenbowlen-Lehrer Schnauz: Es muss bitter schmecken, sonst nutzt es nichts. Und dies ist in den Wintermonaten gewiss der Fall. Es ist bitter gewesen – bitter kalt. Umso schwerer war es, sich trotzdem morgens aufzuraffen, bei Dunkelheit und teilweise zweistelligen Minusgraden aufs Rad zu steigen. Die richtige Kleidung war dabei das A und O. Ich setze dabei auf ein Zwiebelsystem aus mehreren Lagen an Funktionswäsche. Zwar komme ich mir dann vor wie ein aufgepumptes Michelinmännchen, aber die bittere Kälte kann mir dann nichts mehr anhaben.


Aber es ist nicht nur die bittere Kälte, die es mir in der dunklen Jahreszeit schwermacht, mich aus dem warmen Bett zu quälen. Es ist auch der innere Schweinehund, der über den Winter wohl etwas Speck angefuttert hat, um es mir besonders schwer zu machen. Dann meldet sich die bekannte innere Stimme und versucht intensive Überzeugungsarbeit zu leisten: „Dreh‘ dich lieber nochmal im Bett um.“ „Du holst dir jetzt gleich eine dicke Erkältung.“ „Du könntest stürzen, so kalt wie es ist, hat es sicherlich überall Eisplatten.“ Die Ausreden meines alten Bekannten sind vielfältig. Er hat halt auch immer gute Argumente parat. Aber ich blieb in diesem Winter hartnäckig. Der innere Schweinehund war nicht stärke. Die Komfortzone musste warten. Denn immer dann, wenn dieser unsympathische Kerl sich meldete, kam mir ein Zitat des fünffachen Toursiegers Bernard Hinault in den Sinn: „Im Winter gewinnt man, nicht im Sommer.“ Und im Sommer bei den Radmarathons vom Besenwagen aufgesammelt zu werden, fühlt sich bitterer an als dieser bitterkalte Winter. Deshalb hat dieser unsichtbare Kerl diesmal nicht gewonnen. Damit steigt die Hoffnung auf eine gute Saison.

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