Erfolgreiches Debüt: Race24-Premiere in Kelheim

Von Marie Westphal

 

Wow, geschafft. 24 lange Stunden liegen hinter uns! Dieses Rennen in Worte zu fassen, fällt schwer. Die Fakten zuerst, nach knapp 605 km mit über 7.000 Höhenmetern und 37 gefahrenen Runden ging es für mich um 13:17 Uhr ein letztes Mal über die Start-Ziellinie im Kelheimer Festzelt. Angefeuert von einem grandiosen Publikum, das die Kopfsteinpflasterpassage durch die Kelheimer Innenstadt emotional zu einem absoluten Highlight auf dem Rundkurs machte. Entlang der Strecke sorgten die vielen Zuschauer, Betreuer und Fans Tag und Nacht für die nötige Motivation, die kommenden Kilometer in Angriff zu nehmen.

 

Das Rennen in Kelheim war für mich eine absolute Premiere, mein erstes 24-Stunden-Rennen als Einzelstarterin. Erfahrungswerte gab es also keine, nur einen Plan: "Das Ding durchziehen ohne zu lange Pausen einzulegen!" Klar gab es einige Unbekannte in dieser Rechnung: Wie würde ich mit der Strecke zurecht kommen und wie damit fast einen ganzen Tag auf dem Rad zu sitzen? Klappt die Verpflegung? Und hoffentlich gibt es keinen technischen Defekt. Dazu kam eine nicht ganz optimale Vorbereitung da ich in den letzten beiden Wochen vor dem Rennen einige Tage krank zu Hause lag. Da half dann nur der gute alte Spruch "in der Ruhe wird die Form gemacht" und mein Wille diese 24-Stunden-Premiere als Erfolg zu beenden.

 

Ein Erfolg, der mich fast jeden Muskel im Körper spüren ließ, aber auch sehr glücklich macht. Nach etwa zwei Dritteln der gefahrenen Strecke machten sich Rücken und Oberarme bemerkbar, die ich so beim Radfahren eigentlich noch nie gespürt hatte. Als größte Herausforderung empfand ich dennoch das ständige Essen, um mich ausreichend mit Energie zu versorgen. Brötchen, Milchreis, Trinknahrung, Haferflocken und Nudeln, so lecker das alles war, umso mehr freue ich mich wenn ich das jetzt erst mal nicht mehr essen muss!

 

An dieser Stelle bleibt vielleicht noch die mir meist gestellte Frage nach dem langen Sitzen auf dem Rad zu beantworten: Hier war ich selber etwas erstaunt, klar wirklich bequem ist so ein Sattel nach zwölf Stunden Fahrzeit nicht mehr, aber ich habe schon deutlich kürzere und wesentlich unkomfortablere Fahrten hinter mich gebracht. 

  

Komfortabel war vor allem die riesige Unterstützung, hier möchte ich meinen größten Dank an mein gesamtes Team und dabei insbesondere persönlich an meinen Freund Christian Funk und unseren Sponsor Matthias Kowalsky mit seiner Firma food artists aussprechen. Die beiden haben sich unermüdlich um mich gekümmert, Klamotten und Ausrüstung gereicht, meine Verpflegungswünsche entgegen genommen und mich jede Runde mit frischem Essen und Getränken versorgt. Damit waren die beiden ein wesentlicher Teil meines Erfolgs. Danke auch an die vielen Mitfahrer, hier insbesondere an Marcus Manke, Stefan Ledl und Sigi Alber, deren Windschatten und Motivation mich über die ein oder andere Runde rettete. Glückwünsche gehen an meine Mitstreiterin Maria Wilke, die ein großartiges Rennen fuhr und nur ganz knapp hinter mir den dritten Platz belegte. Und natürlich an unsere beiden Männer-Teams, die ebenfalls ein sehr starkes Rennen ablieferten und für geniale Stimmung am Zeltplatz und bei mir durch ihre Anfeuerungsrufe auf der Strecke sorgten. Danke!

 

Auf die Frage ob ich zum Wiederholungstäter werde? Am Sonntag, direkt nach dem Rennen, hätte ich mit einem klaren "Nein" geantwortet, heute würde ich es schon nicht mehr kategorisch ausschließen - aber nur unter der Prämisse, dass ich beim nächsten Mal mit Aero-Laufrädern und Zeitfahrlenker antrete ;)

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Vereinshomepage RSV Altmühltal e.V.