Mein erster Glocknerkönig - hart aber erfolgreich

 

Von Daniel Slobodin

 

Nachdem wir bereits am Samstag angereist sind und mittags einen kurzen Streckentest bis zur Mautstelle absolviert haben, ging es früh am Sonntagmorgen los. Um 7:00 Uhr war der Start, also hieß es früh aufstehen. Die Stimmung im Startblock war gut. Christian konnte wegen seines Top Ergebnis letztes Jahr aus dem 1. Block starten, ich musste mich mit Block 2 begnügen. 

Pünktlich um 7:00 Uhr fiel der Startschuss, es folgte ein enger Abschnitt im Ort Bruck. Ich arbeitete mich sukzessive im schnellen Tempo vor zur Spitze, sodass ich nach etwa 7 km im Ort Fusch die Spitze des Feldes erreichte. Da das Feld nicht besonders schnell fuhr, der Anstieg folgt ja erst noch, war das für mich keine besondere Schwierigkeit. Etwa 3 km nach dem Ort begann der erste schwierige Teil bis zur Mautstation. Ich war immer vorne dabei, der Puls war ziemlich hoch, aber genauso wie in der Vorbelastung fand ich schnell meinen Rhythmus. Nach etwa 4 km flachte etwas ab, ich zog das Tempo an. An der Mautstelle Fehrleiten gab es schließlich eine Sonderwertung für die ersten drei. Ich fuhr im hohen Tempo durch die Mautstelle, war mir meiner Platzierung ziemlich sicher, da ich niemanden vor mir gesehen habe. Hinterher bei der Siegerehrung wurde ich nicht prämiert, ebenso wenig die 2 anderen hinter mir. Mein Verdacht: Nettowertung statt Bruttowertung, wobei Strava da auch was anderes sagt. Ich hab dem Veranstalter eine Mail geschrieben, mal sehen, was die für eine Erklärung liefern. Ärgerlich war das schon, da ich durch die Tempoverschärfung auf den nächsten 5 km kaum wieder einen Rhythmus finden konnte. 

 

Diese Kilometer waren richtig hart, steil und wenig Kurven. Ich konnte den Anschluss an die paar Spitzenfahrer, u.a. den Sieger Matthias Nothegger nicht halten. Dieser fuhr ein konstant sehr hohes Tempo, und Puls 190 kann ich nun mal leider eine Stunde nicht fahren, eine Einbruch wäre sicher gewesen. So quälte ich mich die steile Straße hoch, von der traumhaften Berglandschaft bekam ich fast nichts mit. Nach diesen harten Kilometern fand ich endlich wieder meinen Rhythmus. Ich hatte immer zwei Fahrer im Abstand von etwa 50m vor mir, schaffte es aber nicht diese einzuholen, lieber fahre ich rhythmisch und breche nicht ein. Die nächsten km bis zur Streckentrennung liefen gut, es wurde sonniger und die Beine waren wieder ganz gut. Nur der Blick nach oben zur Edelweißspitze demotivierte ein wenig. 

 

Viele Kehren später folgte die Streckentrennung, innerlich verfluchte ich mich schon fast Ultra zu fahren, da die 1.8 km auf Kopfsteinpflaster und bis 15 Prozent Steigung in der dünnen Höhenluft nicht grad die beste Motivationshilfe war. Überraschend lief es aber ziemlich gut, das Kopfsteinpflaster war kein Vergleich zu dem üblen Pflaster in Sachsen. Ich hatte immer einen weiteren Fahrer vor mir, der mehr zu kämpfen hatte als ich. Der Fahrer hinter mir hatte einen viel zu großen Abstand. So entschloss ich mich in der vorletzten Kehre zu attackieren und fuhr im Wiegetritt vorbei. Das Gefühl endlich oben zu sein und die Ziellinie zu überqueren ließ mich alle Qualen vorher vergessen. 

 

Nachdem ich mich umgezogen habe konnte ich erst richtig die traumhafte Aussicht oben genießen. Danach fuhr ich vorsichtig runter zur Verpflegung, wo ich Christian bei Kaiserschmarren traf. Nachdem wir uns gestärkt haben fuhren wir gemütlich die tolle Abfahrt zum Start.

 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ich wurde 10. Gesamt in der Ultra Wertung. Angesichts des sehr stark besetzten Felds und der Höhe und Länge des Anstiegs ein sehr gutes Ergebnis für mich. Das nächste Jahr werde ich definitiv nicht mehr auf Sprintwertung in Fehrleiten fahren, da mich das einige Plätze gekostet hat. In der Altersklasse 20 bis 39 erreichte ich dann Platz 7. 

Christian hat auch eine super Leistung gebracht, Platz 56 Gesamt in der Classic Wertung und 19. in seiner Altersklasse. 

 

Insgesamt war es ein tolles Event bei Kaiserwetter mit einem sehr gutem Ergebnis, nur leicht getrübt durch die Ungereimtheiten bei der Sprintwertung. Aber davon lass ich mir nicht den Spaß nicht verderben. Nächstes Jahr sind wir bestimmt wieder am Start bei diesem tollen Event.

 

 

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