Rothaus Riderman 2018

 

Hochmotiviert reiste das Racing-Team WINAX food-artists am Freitag 21.09.2018 nach Bad Dürrheim im Schwarzwald. Hier findet alljährlich der Rothaus Riderman, das am profesionellsten organisierte Etappenrennen in Deutschland, statt. Es lockt neben den besten Fahrern aus ganz Deutschland auch zahlreiche starke Teams und Einzelfahrer aus den Nachbarländern, wie Schweiz und Belgien, an.

Fast das gesamte Team war vertreten. Daniel Slobodin musste leider erkältungsbedingt kurzfristig absagen und Sven Kurzeder hatte nach seinem Schlüsselbeinbruch Anfang August noch Startverbot von seinem Arzt verhängt bekommen. Nino Ackermann war nach einem Insektenstich noch durch Medikamente geschwächt, wollte es aber trotzdem versuchen. Mit dem Ingolstädter Neuzugang Holger Wanke, war ein zusätzlicher starker Fahrer für das Team am Start, der sein zweites Rennen bestritt. Für ihn ging es in erster Linie darum, weitere Rennerfahrung in großen Fahrerfeldern zu sammeln.

 

 

1. Tag Einzelzeitfahren über 16 km und 200 Hm

 

Die erste Etappe wird traditionell als Einzelzeitfahren ausgetragen. Unter dem Motto „Chasing Cancellara“ sollte eigentlich der mehrfache Zeitfahrweltmeister aus der Schweiz am Start stehen und sich den Jedermännern stellen. Da er nach einer OP noch nicht wieder ganz fit war, verzichtete er auf einen Start. Trotzdem war er sich nicht zu Schade den Sieger des Vorjahres auf die Strecke zu schicken und bei der Siegerehrung die Preise zu verleihen.

 

Erster Starter des Teams war Thomas Gschnitzer. Bei suboptimalen Bedingungen mit leichtem Regen und starkem Wind rollte er um 14:38 Uhr von der Startrampe. Ohne jegliches Zeitfahrmaterial hatte er einen großen Nachteil gegenüber den Konkurrenten seines Kalibers.

Mit Platz 43. sprang trotzdem ein super Ergebnis heraus und der Rückstand auf die Zeitfahrspezialisten hielt sich mit 1:40 Minuten in Grenzen.

 

Als Nächste ging Philine Letz, ebenfalls ohne Zeitfahrrad, an den Start. Sie wurde 30. von 70. Starterinnen und 9. ihrer Altersklasse. Als leichte Fahrerin hatte Sie mit dem boigen Wind besonders zu kämpfen.

 

Kurz darauf gingen Daniel Haible und Niklas Finke mit 45s Abstand auf die Strecke. Bis zur Wende herrschte größtenteils Rückenwind. Daniel wählte eine offensive Taktik und ging die erste Hälfte sehr schnell an. Auch am Kreisverkehr ging er volles Risiko bei noch nasser Strecke. Niklas fuhr etwas defensiver, um Körner für die zweite Streckenhälfte mit Gegenwind und langer Steigung zu sparen. Beim diesjährigen Zeifahren kam er auf Platz 54. Die gestiegene Leistungsdichte wird an seinen Zeiten der vergangenen Jahre deutlich. 2017 hätte er mit der Zeit Platz 35. belegt, 2016 Platz 23.

Dank seiner starken Form dieses Jahr ging Daniels Taktik auf und der konnte mit dem 23. Platz als Bester des Teams ein super Ergebnis einfahren.

 

Etwa eine Stunde später frischte der Wind stark auf und machte es den restlichen Fahrern deutlich schwerer eine gute Zeit zu fahren. Pech hatten dadurch auch Holger, Nino und Chris deren Zeiten ca. 1 Minute langsamer waren als bei normalen Bedingungen.

Als Folge blieben sie mit den Plätzen 86., 88. und 257. von 632 Teilnehmern hinter ihren persönlichen Erwartungen.

Das Zeitfahren gewann der 24-jährige Weltmeister im Leichtgewicht-Rudern Jason Osborne mit 42 Sekunden Vorsprung vor den Zweitplatzierten.

 

Den Abend ließ das Team mit einem gemeinsamen Abendessen bei gelassener Stimmung ausklingen.

 

2. Tag Straßenrennen über 109 km und 1630 Hm

 

Bei guten Wetterbedingungen gingen die Fahrer motiviert auf die Strecke. Da das Rennen zu Beginn aufgrund des großen Starterfelds und der hohen Leistungsdichte immer sehr nervös ist, versuchten die Fahrer des Racing Teams sich möglichst weit vorne im Feld aufzuhalten.

Nino fühlte sich noch geschwächt und entschloss sich Teamkollegin Philine auf der zweiten Etappe zu unterstützen.

 

Thomas und Daniel konnten sich vorne platzieren und hatten die nötige Form, um sich in der Spitzengruppe zu halten.

 

Holger fehlte es noch etwas an Rennerfahrung, um sich in dem dichten Fahrerfeld bei ständigen Positionskämpfen weit genug vorne zu halten. Dadurch verlor er bei Kilometer 50 den Anschluss an die Spitze und kam in einer Verfolgergruppe auf Platz 107 ins Ziel. Niklas lag etwas weiter vorne, verlor aber auf der Windkante den Anschluss und fuhr zunächst mit zwei und später mit vier Mitstreitern ins Ziel. Er belegte Platz 59. Christian konnte sich trotz seiner schlechten Ausgangssituation mit Start aus Block C dank guter Beine nach vorne arbeiten und erreichte das Ziel zufrieden auf Platz 72.

 

Daniel und Thomas hielten lange in der Spitzengruppe mit und verloren den Anschluss erst kurz vor dem Ziel. Den Rückstand konnten sie mit etwas mehr als einer Minute in Grenzen halten und belegten Platz 20. und 29.

 

3. Tag Straßenrennen über 87 km und 1050 Hm

 

Regnerisch begann der Tag, wieder mit viel Wind und zweistelligen Temperaturen. Bis zum Start um 10:50 Uhr wurde es zum Glück etwas wärmer, aber leichter Regen machte es den Fahren am letzten und entscheidenden Tag nicht leichter.

Holger kommt so ein Wetter entgegen und er sollte heute seinen besten Tag haben. Er konnte nach 20 km aus Block B zur Spitze aufschließen. Christian hat dagegen in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen und Stürzen bei ähnlichen Witterungsbedingungen erlebt. Nino entschloss sich gesundheitsbedingt nicht zu starten.

Direkt vom Start weg wurde ein hohes Tempo vorgelegt und auf der schmalen und windanfälligen Straße zerfiel das Feld in kleinen Gruppen.

Bis zum ersten längeren Anstieg bei Kilometer 38 nach Mundelfingen fuhren Thomas, Daniel, Holger und Niklas noch in der ersten großen Gruppe. Hier wurde das Tempo an der Spitze extrem angezogen. Die Gruppe zog sich schnell in die Länge. Thomas und Daniel konnten sich in der Spitzengruppe halten. Niklas und Holger fielen etwas zurück.

Thomas musste bei Kilometer 58, am höchsten Punkt der Strecke, eine kleine Lücke reißen lassen, schaffte es aber mit allerletzter Kraft noch in die zehnköpfige Spitzengruppe. Das kostete ihn sehr viel Energie, die ihm am letzten nennenswerten Anstieg kurz vor dem Ziel fehlten und er mit 100 m Rückstand auf der Kuppe chancenlos zusehen musste, wie die Spitze davon zog. Der 11. Platz war ihm aber nicht mehr zu nehmen.

Daniel hatte an diesem Tag das Pech gepachtet und musste nach mehreren Kettenabwürfen alle Hoffnungen begraben seinen 16. Platz in der Gesamtwertung zu halten.

Holger gingen die Beine bei Kilometer 67 auf. Mit angezogenem Tempo konnte er sich von seiner Gruppe lösen und legte ein 15 km Solo hin. 5 km vor dem Ziel wurde er zwar noch von einer Gruppe eingeholt, mit Platz 65. war er am Ende sehr zufrieden. Niklas kam eine knappe Minute später auf Platz 73. ins Ziel. Philine hatte bessere Beine als am Vortag und belegte einen Platz 28. bei den Frauen.

 

Die wechselhaften Bedingungen an den drei Tagen machten das Rennen noch schwerer, als es ohnehin schon ist. Die gute Stimmung und die top Organisation des Rothaus Riderman sorgten dafür, dass dieses Wochenende der krönenden Saisonabschluss für alle Beteiligten war.

 

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