24h Rennen in Kelheim - knapp vorbei ist auch daneben


 

Eines der traditionsreichsten 24 Stunden Rennen Deutschlands stand am vergangen Wochenende auf dem Programm, Kelheim verwandelte sich zum Radsport-Mekka. Für einige unserer Fahrer war es bereits die fünfte Teilnahme und schon fast Tradition.

 

Das Racing Team WINAX – food artists nahm mit Thomas Gschnitzer, Niklas Finke, Daniel Slobodin, Sven Kurzeder und Daniel Haible im Herren Team teil.

Es ist immer wieder etwas Besonderes dort zu sein, nicht nur wegen des sportlichen Wettkampfes, sondern auch wegen der Atmosphäre drum herum und im Fahrerlager.

 

Es geht nicht nur darum, dass jedes Teammitglied seine Runden so gut wie möglich abspult; mindestens genauso wichtig ist eine sinnvolle Nutzung der Pausenzeit, die unsere Fahrer z.B. hauptsächlich mit liegen, essen und quatschen verbrachten ;-) . Auch wenn man zwischendurch noch so müde war, schlafen konnte man trotzdem nicht, dafür waren die Pausen zu knapp.

 

Das Ziel war am Ende auf dem Podest zu stehen. Eine Stunde vor Start um 14 Uhr zogen dunkle Gewitterwolken auf und eine halbe Stunde vorher begann es zu regnen. Thomas Gschnitzer eröffnete als stärkster Fahrer des Teams den ca. 16,5 km langen Rundkurs. Jeder fuhr eine Runde, dann wurde gewechselt und der Nächste ging auf die Strecke, usw. und das 24 Stunden lang.

 

Um gute Chancen auf eine Top-Platzierung zu haben, ist es wichtig in der Spitzengruppe zu bleiben. Hat man die erst mal verloren, ist die Sache eigentlich schon gelaufen, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert. Als Einzelner ist man auf Dauer nie so schnell wie in der Gruppe.

 

Das erste Drittel verlief wie geplant, das Team hielt sich gut in der Spitzengruppe. Nach der dritten Runde hatte sich die Spitzengruppe bereits auf nunmehr vier Teams dezimiert. Doch dann passierte genau das schon erwähnte Unvorhergesehene: Nach dem ersten Anstieg über die zwei Kehren fiel beim Beschleunigen ins Flachstück und dem Hochschalten aufs große Kettenblatt Svens Kette vorne außen runter und wickelte sich einmal um die Kurbel und verhakte sich so dass sich gar nichts mehr drehte. Ein Zuschauer eilte ihm sofort zu Hilfe und zusammen versuchten sie die Kette wieder freizubekommen. Leider stellte sich das als nicht so einfach heraus, so dass sie mehr als zwei Minuten ohne Werkzeug verzweifelt an der Kurbel drehten und an der Kette zehrten.

Zu allem Übel wurde Sven am Straßenrand von einem anderen Fahrer übersehen. In voller Fahrt hatte es ihn samt Rad erwischt und er flog zwei Meter ins Grüne.

Bis er sich wieder sortiert hatte, hatte es sein Helfer geschafft die Kette wieder frei zu bekommen und die Fahrt konnte endlich fortgesetzt werden.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank für die tolle Hilfe!

Leider hat die ganze Aktion am Ende fast vier Minuten gekostet und die Spitzengruppe war in der Zwischenzeit natürlich über alle Berge. Im ersten Moment waren wir zwar enttäuscht, aber weiterhin entschlossen bis zum Schluss alles zu geben. Es war kein Weltuntergang und die Motivation war immer noch genügend vorhanden, auch wenn die bevorstehenden Runden als Einzelzeitfahren ausgetragen werden mussten.

 

Bei Einbruch der Nacht stellte sich die Rennsituation dann so dar, dass ganz vorne zwei Teams zusammen unterwegs waren, die dritten und wir als vierter jeweils alleine. Nach hinten war der Abstand einigermaßen komfortabel, aber da dort mehrere Teams zusammenfuhren, bestand die Gefahr, dass diese auf uns aufschlossen.

Wir versuchten trotzdem mit aller Kraft den Abstand zu halten und nach vorne aufzuschließen, was für jeden von uns mehrere kräftezehrende Einzelzeitfahren mitten in der Nacht bedeutete. Leider fanden sich auf den einsamen Runden selten Mitfahrer, die das Tempo mitgehen wollten oder konnten.

Ein paar Stunden vergingen, ehe zu unserer Verwunderung, die verbleibende Spitzengruppe weiter zerfiel. Wieder ein paar Stunden später waren Position zwei und drei wieder zusammengekommen. Wir wurden von den führenden Teams eingeholt und waren endlich vom Einzelzeitfahrmodus erlöst :-) . Das sorgte wieder für kürzere Rundenzeiten. Diese Konstellation 1 mit 4 und 2 mit 3 sollte dann auch bis 13 Uhr so bestehen bleiben.

 

Jeder Einzelne gab bis zum Schluss alles. Gegen halb zwei übergab Sven ein letztes Mal an Thomas, der die letzte Runde fahren sollte. Der Abstand auf den dritten Platz betrug nur etwas mehr als 2 Minuten und Thomas konnte den Abstand auf seiner letzten Runde nochmal verringern.

 

Es gelang uns, dank konstant schneller Rundenzeiten, den Rückstand von insgesamt ca. 11 Minuten bis zum Ende der 24 Stunden auf 1:20 Minuten zu verringern.

So stand für das Team nach 56 Runden, 23 Stunden und 49 Minuten, 917 km, kein verlorener 3. Platz, sondern ein, durch viel Einsatz und Teamgeist, gewonnener 4. Platz auf der Liste.

 

Und noch viel wichtiger: in der Wertung des besten Fahrerlagers müssten wir ganz vorne gewesen sein ;-)

 

Am Ende hat das Team wieder einmal Zusammenhalt und Teamgeist bewiesen, die Stimmung war immer klasse, selbst nachdem ein Defekt die Spitzengruppe außer Reichweite brachte.

 

Ein großer Dank geht an unseren Sponsoren Matthias Kowalsky von food artists, der uns im Fahrerlager rund um die Uhr mit frischen Gerichten und der besten Verpflegung bei Kräften hielt und für die nötige Energie sorgte.

Bedanken möchten wir uns auch bei unseren Helfern, Niklas Freundin Phuong und Daniel Haibles Eltern Thomas und Susi, die uns bereits im zweiten Jahr tatkräftig unterstützen und mitfiebern.

 

Wir freuen uns auf das 24 Stunden Rennen in Kelheim nächstes Jahr! Da werden die Karten wieder neu gemischt... ;-)

 

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