Thomas Gschnitzer feiert größten Erfolg seiner Karriere beim Engadin Radmarathon

 

 

Von Thomas Gschnitzer

 

Letzten Sonntag startete ich, zusammen mit meinen Teamkollegen Nino und Sven beim Engadin Radmarathon, mit Start und Ziel in Zernez in der Schweiz.

Wir drei entschieden uns für die wunderschöne aber anspruchsvolle und lange Strecke, die mit 211 km und ca. 4.000 hm über vier Pässe, allesamt über 2300 m hoch, führt: Forcola-, Bernina-, Flüela- und Albulapass.

Die Strecke kannte ich recht gut, da ich schon zum 4. Mal am Start stand und im letzten Jahr einen wahnsinns, wenn auch nicht ganz glücklichen, 2. Platz erzielen konnte ;-) .

Eine Platzierung so weit vorne, wie 2017, rechnete ich mir allerdings nicht aus, da die Konkurrenz heuer wesentlich größer war.

 

Gestartet wurde bei kühlen 4°C. Nach einigen Metern ging’s gleich bergauf richtung Livigno, das Tempo, wie erwartet recht schnell, da die „Kurzstreckler“ (97 km, 1.325 hm) dieselbe Startzeit hatten. Doch mit denen wollte ich unbedingt über die ersten beiden Pässe mitkommen, um im folgenden Flachstück eine schnelle Gruppe zu haben.

Vorbei an Livigno, bildete sich eine größere Gruppe mit allen Favoriten auf Top-Platzierungen auf langer und kurzer Strecke.

Bei nun mehr 2°C, dafür aber Sonnenschein, wurde mir erst am Berninapass richtig warm und die Beine fühlten sich wesentlich besser an als noch am Anfang. Die folgende Abfahrt brachten wir recht schnell hinter uns und erreichten nach etwas mehr als 2,5 h wieder Zernez. Diejenigen, die die kurze Strecke gewählt hatten bogen im Ort rechts ab, Richtung Ziel, der Rest fuhr geradeaus weiter, Richtung Flüelapass. Erst ab hier wusste man genau, wer die Konkurrenten auf der langen Strecke sein würden.

Jetzt waren wir nur mehr zu acht in der Spitzengruppe: Lipowitz Florian, Gut Fabian, Spögler Michael, Stadelmann Renè, Hagenaars Patrick, Galletti Maxime, Nothegger Mathias und ich.

In der ersten Kehre der Flüelastraße hielt ich kurz an, um mir Getränkenachschub zu holen, den ich mir am Vorabend versteckt hatte, da ich ohne Betreuung entlang der Strecke war. Von hier an wollte ich mein eigenes Tempo fahren und bei keiner Attacke versuchen mitzugehen, bis ins Ziel.

Geschlossen fuhren wir über den Pass, runter nach Davos, und erfreulicherweise beteiligten sich alle an der Tempoarbeit durchs Landwassertal.

Die wohl größte Herausforderung des Tages stand nun unmittelbar bevor: der 25 km lange Anstieg zum Albulapass. Ich fühlte mich noch richtig gut, musste aber improvisieren, um irgendwie was zu trinken zu bekommen. Es wäre einfach zu schade gewesen, an einer Labestation anzuhalten. Glücklicherweise bekam ich erst eine Flasche von Mathias Nothegger und später eine von Patrick Hagenaars. Hier nochmal ein großes Dankeschön dafür!

Mittlerweile war das Tempo genauso hoch, wie ich mir vorgenommen hatte, im Idealfall,  bis zum Pass zu fahren. Bei ca. 1/3 des Passes erhöhte Nothegger das Tempo, nur Galletti folgte. Ich wusste, wenn auch ich es versuchen würde, würde ich früher oder später einbrechen. In einem längeren Flachstück konnten wir Verfolger, bis zur nächsten Steigung, fast wieder aufschließen. Hier sprang Galletti leider die Kette runter, sodass er kurz anhalten musste. Wir kamen wieder an Mathias Nothegger ran. Ich merkte, dass keiner von den anderen so wirklich schneller fahren konnte und setzte mich an die Spitze, tretete lauf meine Vorgaben.

Die Straße wurde steiler, schon nach kurzer Zeit riss die Gruppe etwas auseinander und zu meiner Überraschung konnte mir nur Mathias folgen, aber auch er hatte Mühe. Wir sprachen uns ab und wollten gemeinsame Sache machen um, auf den letzten 20 flachen Kilometern bis ins Ziel, zu zweit zu sein.  So nahm ich etwas raus, damit Nothegger mir folgen konnte. Gemeinsam erreichten wir die Passhöhe, nahmen die Abfahrt ohne allzu großes Risiko in Angriff. Bei mir machten sich Krämpfe bemerkbar. Jetzt stellte sich die Entscheidung am Flüelapass, zur Zusammenarbeit, als die richtige heraus.

Wir kämpften uns bis ins Ziel. Mathias lies mir, fairerweise ohne Sprintduell, den Vortritt.

Geschafft, mein erster Gesamtsieg bei einem Radmarathon, unglaublich!

Zudem konnten wir, dank der guten Leistung von Nino und Sven den 2. Platz in der Teamwertung erreichen.

 

 

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