Thomas Gschnitzer erfolfreich bei der Dolomitenrundfahrt

 

Von Thomas Gschnitzer

 

Kurzfristig entschloss ich mich an der „kurzen“ Rundfahrt (Donnerstag bis Samstag) des

Giro delle Dolomiti teilzunehmen, eine Veranstaltung mit mehreren, zwischen 80 und 170 km langen Etappen, bei denen jeweils nur ein Abschnitt, meist ein Anstieg, gewertet wird. Die restliche Strecke wird zusammen, in kontrollierter Geschwindigkeit gefahren. Die Zeitnahme erfolgt individuell, in „realtime“.

Entweder man macht die gesamte Rundfahrt, mit 6 Etappen, oder, so wie ich, die kurze, mit 3 Etappen.

 

Für mich war die erste Etappe der 25 km lange Anstieg von Prad aufs Stilfserjoch. Als es Richtung Startlinie ging, hatte ich den Favoriten aus Belgien, Daan Vermeulen, nicht im Blickfeld. So schloss ich mich den anderen bekannten starken Fahrern an, um nicht zu weit hinten zu sein. Nach relativ kurzer Zeit schloss Daan von hinten kommend zu uns auf. Ich wusste, dass er schon mal einen Vorsprung hatte, da er ja nach mir über die Startmatte gefahren sein muss. Ich fuhr mit relativ hohem Tempo voran. Nach ca. 7 km waren wir nur mehr zu zweit. Wissend um meinen Rückstand, den ich schon vom Start her hatte, gab ich alles, gönnte mir keine Verschnaufpause und versuchte Daan immer wieder abzuschütteln. 200 m vor der Passhöhe kratze ich meine letzten Reserven zusammen und erreichte mit einigen Metern Vorsprung die Ziellinie, hatte aber trotzdem einen Rückstand von ca. 20 Sekunden. So wurde ich, überglücklich über die wahnsinns Zeit von 1 h und 15 min. Zweiter. Meine persönliche Bestleistung unterbot ich damit um 3 min!

 

An Tag darauf stand der 8,5 km langen Anstieg Seis am Schlern – Seiseralm an, die selbe Strecke, die 2016 beim Giro d’Italia als Einzelzeitfahren absolviert wurde. Doch erst ging es von Bozen aus, gemeinsam im gemächlichen Tempo, Richtung Seis.

Diesmal waren alle Favoriten vorne und fuhren gemeinsam über die Startlinie. Ich wiedermal voran, bis nur mehr Daan Vermeulen folgen konnte. Wir beide wechselten uns gut bei der Tempoarbeit ab und erreichten nach 28 min. das Ende der Tortur ;-). Mit knappem Vorsprung gelang es mir, diese Etappe für mich zu entscheiden.

 

Am Samstag, also am letzten Tag, wurde der Giro delle Dolomit mit einem Team-Zeitfahren abgeschlossen. 5 Fahrer bildeten ein Team, wobei 4 das Ziel erreichen mussten. In den Tagen zuvor konnte man sich beliebig zu Teams zusammenschließen. Meines bestand aus Daan Vermeulen, seinem Onkel Gerry, Oliver Reeves aus London und Luis Vigl (65 Jahre alt und extrem stark!!), den ich schon lange, von diversen Bergzeitfahren her, kenne.

Zusammen bewältigten wir den welligen, 18 km langen Kurs in 23:35 min, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45,5 km/h. Damit waren wir das zweitschnellste Team; unser Rückstand: 7 sec. Natürlich war’s anstrengend, machte aber mächtig Spaß, nicht zuletzt, weil wir sowas bisher noch nie gemacht hatten.

 

In der Gesamtwertung des „kurzen“ Giros konnte ich das oberste Treppchen erobern.

Wie auch bei meinen letzten Teilnahmen vor 2 und 3 Jahren war es wieder eine sehr gelungene Veranstaltung.

 

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